De Cabinet vum Dokter Menasse

Charel Meder / Angelika Zacek

Wie soll man leben? Die Glückssuche ist eine Konstante in der Geschichte der Menschheit. Glück ist Lebensziel und Lebenselixier, Messgröße für Fortschritt und erklärtes Ziel von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Glück ist Versprechen und Motor zugleich. Doch was ist, wenn dieser Motor ins Stottern gerät? Weil Versprechen nicht eingelöst werden oder die Vorstellungen von dem, was Glück beinhaltet, immer weiter auseinandergehen. Weil wir zudem wissen, wie launisch das Glück sein kann, wie flüchtig, wie ungerecht. Und wie ungewiss in Zeiten globaler Umbrüche und erodierender Wirklichkeiten.

Der Chor als Tohuwabohu illustriert in diesem Bühnentext die divergierenden Vorstellungen von einem erfüllten Leben, wobei progressive und reaktionäre, engagierte und resignierte, aufklärerische und populistische, demokratische und undemokratische Stimmen in freiem Wechsel aufeinanderprallen. Entlarvt wird dabei auch eine moderne Glücksdoktrin, die eine nachhaltige Verbesserung gesellschaftlicher Zustände anstrebt, die zugleich aber auch systemstabilisierend wirkt und zunehmend zu Einebnung, Verflachung, Gleichschaltung und Normierung führt.

Mit: Nora Koenig, Elsa Rauchs, N.N.
Regie und Bühne: Angelika Zacek
Text: Charel Meder
Koproduktion: Kasemattentheater, KHN

Daten im Kasemattentheater: 9,11,12,15+17.01.2019