Klassisches Gesangsrepertoire trifft auf kabarettistisch-philosophische Reflexionen in freizügiger Mehrsprachigkeit.

Das Konzert beginnt, wo es normalerweise endet und so führt eine Zugabe zur nächsten. Es lädt ein mit einem Augenzwinkern zweimal um die Ecke zu denken.

Borisowitsch, der schweigsame russische Pianist und Jhang, der latent überforderte luxemburgische Sänger kategorisieren und katalogisieren die verschiedenen Arten von Zugaben. Dabei unterlaufen ihnen einige Missverständnisse, die teils aus Jhangs Leidenschaft leicht falsche Zitate zu verwenden, teils aus Borisowitschs Fähigkeit mit einem Wort die Ausführungen von Jhang zunichte zu machen, bestehen. Die Stimmgewalt des Sängers kontrastiert mit seiner eher leisen und unsicheren Präsentation und das farbenreiche und gefühlvolle Klavierspiel von Borisowitsch mit seiner trockenen Art die Dinge zu benennen.

So steht zwischen Schubert und Jacques Brel nur ein Auraspray. Der schubertsche Erlkönig könnte die Frage beantworten ob ein Specht sich eine Gehirnerschütterung zuziehen kann und die Suche nach der Mistgabel im Heuhaufen verläuft anscheinend erfolgreich.


Gesang, Schauspiel: Jean Bermes
Klavier, Schauspiel: Denis Ivanov
Special guest: Natasa Grujovic (accordéon)
Inszenierung: Ela Baumann
Text: Ela Baumann, Jean Bermes
Lichtdesign: Jean-Lou Caglar
Premiere am 22. Mai 2015 Kasemattentheater Luxemburg