Tokyo Diary (REPORTÉ)

Nilton Bormann

Während seines Studiums an der Ruhrakademie hat NiltonBormann zweimal die japanische Megacity Tokio besucht, um sich auf die Spuren von Daido Moriyama zu begeben. Dieser bezeichnet sich selbst als einen "streunenden Hund", der scheinbar ziellos durch die Straßen von Tokio zieht, wo er sich als unauffällig schlendernder Passant von den Menschenmassen treiben lässt. Dies hat Nilton Bormann ihm während seiner Aufenthalte in Tokio gleichgetan, ohne dessen Herangehensweise an Motive und Sujets nachzuahmen, was ihm als Nicht-Japaner auch gar nicht möglich gewesen wäre. Erst recht nicht in der Kürze der Zeit. Denn im Reich der Zeichen scheint nahezu jede Handlung des Alltags streng rational organisiert und gleichzeitig symbolisch aufgeladen zu sein. In diesem scheinbaren Widerspruch fühlt man sich als Nicht-Japaner in Tokio: "Lost in Translation".

Nilton Bormanns Blick auf Tokio ist der eines Staunenden, was er versucht hat in seiner Straßenfotografie zum Ausdruck zu bringen. Im Sog der Massen hat er sich treiben lassen, Ruheorte gesucht, in denen Tokioter Bürger ihre Freizeit verbringen.